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Abschied
von Francoise Klauda Wien, am 23. Juni 2011  

Unsere liebe Freundin Aurelia ist, vor etwas mehr als zwei Wochen, von uns gegangen.
Ihr Ableben ist so plötzlich gekommen dass wir ihm nur mit Hilflosigkeit begegnen können.
Keiner von uns hätte sich auch nur einen Augenblick vorstellen können dass sie schon am Ende ihres Weges angekommen war.
Aurelia war eine Künstlerin. Sie wünschte sich dass ihre Bilder ihre Seele widerspiegeln könnten.
Ihr Leitfaden in all den Jahren war die Liebe; die Liebe groß geschrieben.
Liebe für das Leben, Liebe für das Schöne, Liebe zu Gott, Liebe zu ihrem Sohn Radu, der,
wenn der Tag gekommen wäre, über ihr ganzes Schaffen verfügen würde.
Als wir uns einmal trafen hatte sie mir eine große Neuigkeit, die sie mit Glück erfüllte, mitgeteilt
“Stell Dir vor, Radu und Chris werden heiraten, Ich bin so glücklich.“ Bei meinem letzten Besuch bei ihr, Mitte Mai, zeigte sie mir,
voller Stolz, die Bilder der Hochzeit. „Wie schön sind die beiden!“ sagte sie.
Sie hat gewusst dass sie ernsthaft krank war, aber sie hatte volles Vertrauen in die Medizin, in die Menschen und die Güte Gottes.
So erhoffte sie sich noch für mehrere Monate oder sogar Jahre in ihrer Kunst aufblühen zu können.
Leider hat es das Schicksal anders entschieden und wir, voller Trauer,
sind heute hier versammelt um unserer lieben Freundin Aurelia die letzte Ehre zu erweisen.


Für Aurelia
von Francoise Babits, Wien am 23. Juni 2011

Anstatt Worte für meinen Schmerz zu suchen möchte ich lieber versuchen all das, was Aurelia für mich bedeutet, auszudrücken.
Vor allem war sie eine Freundin, das Herz überfließend von Gefühl, Aufmerksamkeit und Großzügigkeit.
Ein offenes Buch, das Buch ihres Lebens, aus dem sie uns einige Zeilen vorlas.
Immer wieder neue Seiten: ein Leben reich an Freude und Leid, Trennung, Liebe, Begegnungen, erfüllt von ihren Werken,
Zeichnungen, Bildern. Bilder von damals aus Rumänien, die allgegenwärtigen Ikonen die Bilder aus Wien und aus der Türkei.
Tanzende, klingende und umarmende Bilder. Bei Aurelia zu sein bedeutete in eine andere Welt einzutreten,
erwartet von einem wärmenden Sonnenstrahl, empfangen wie bedeutende Gäste.
Überall wo sich der Blick niederließ eine Fülle von Farben, von antiken und wertvollen Stücken.
Trotz all der schwierigen Momente ihres Lebens war es die Liebe zum Leben die dominierte,
eine Mischung von Sinnlichkeit und Spiritualität, welche sie am besten durch ihre Kunst, die Sicherheit ihres Strichs,
in den Zeichnungen und Gedichten zum Ausdruck brachte und darin wie sie ihre Freundschaften lebte.
Ich sage dir nicht auf Wiedersehen, Aurelia, denn du bist für mich immer da und ich wünsche dir,
da wo du dich befindest so viel Schönheit wie du sie in diese Welt gebracht hast.
Was ich heute sage, sage ich auch im Namen von Genevieve, Catherine, Francoise, Sahra, Michele und
all deinen anderen Freunden die heute nicht anwesend sein können.