avramescu.com

 

GEDICHTE VON AURELIA AVRAMESCU-MORARESCU

 

Es wird keiner an meinem Grab stehen und eine Ansprache halten.

Ein Fremder unter Fremden. Ein Gedanke in der Weite des Himmels wird verschmelzen,

voller Tränen, voller Schmerz, voller Sehnsucht. Es wird keiner an meinem Grab stehen.

Ein verrückter Engel der nichts anderes zu tun hat, vielleicht.

Eine seiner Federn wird meine Augen schließen, mein Gesicht fühlen, kalt und  kreideweiß,

aber durch und durch im Inneren trotzdem, voller Passion und Flamme.

„Wien, Wien, mein Wien“, ein unbedeutender Punkt im Universum, ein Universum in meinem Universum.

Wien, 14. März 2000


*****

Ein Korn, im Staub des Universums wird leuchten am Sternenfirmament, unumkehrbar, in einem neuen Lebensraum.

Mein Körper, ohne Gestalt, wird bei Tag und Nacht abstrakte Umgangsformen erfinden müssen.

Wo werde denn dann sein?... Was werde ich denn dann sein?...  Wo bin ich jetzt?... Was bin ich jetzt?...


*****

Ich war da, und, und trotzdem nirgends

Es wären keine Flüsse auf der Welt, wenn jeder seine Tränen mitnehmen könnte.

Vermischt mit Erde, und trotzdem blau, das Schmerzgefühl fließt hinein.

Eine ganze Ewigkeit verbirgt seine Träume und Sehnsüchte darin.

Meine werden auch verschwinden ins Krepuskulum, da wo Gott wohnt, ins Licht, ins Unbekannte, ins Nichts…

Wien, 17. Oktober 2004


*****


Traum

Lass mich neben Dir liegen, über Deinen Gedanken wachen, meine Tränen vergessen.

Lass mich Dein Wunschbild sein, jenseits der Worte, den Klang Deiner Stimme hören, Deine Haare sanft  betören.

Lass mich in Deine Arme fallen, als ob Du meine Illusion wärst, später, in der Dämmerung, in dunkler Nacht.

Lass mich neben Dir liegen, als wäre ich ein Anderer. Ein inniger Kuss ohne Berührung. Langsam tropft die Kerze der Erinnerung.

Es ist bald Morgen, der Traum zu Ende. Die Tränen fließen, blau, am Horizont. Durchbohrt von Sternen-dornen blutet mein Herz.

Gefunden und gleich verloren, die Seele, ummantelt von Abyss, zwischen zwei Welten der Möglichkeit...


*****


Empörung

Meine Seele befindet sich in einer Zeitschleife, die Gedanken liegen so dicht beieinander wie schwere dunkle Materie.

Es gibt keine Möglichkeit mehr dass die Atome selbstständig atmen zu können. Ein schwarzes Loch ist sehr wahrscheinlich.

Wien, 14. Februar 2004


*****


Es fließen die Tränen wie ein blauer Regen.

Die Melodie die Deine Hände klingen läßt, wie pures Kristall der Zukunft, liebkost meine Träume.

Jenseits der Wanderung meiner Seele erlischt das Licht des Lichtes.

28. August 2000


*****


Alptraum

Ein langer Weg, mit Dornen gebettet, hält noch mein Leben, hält noch wach mein Herz.

Die Schmerzen sind überall, lasten auf der Seele, ohne Wahl…

Antwort zu verlangen erschwert die Suche im Sumpf der Gedanken.

Die Freiheit hat so viele Anlitze, so viele Tränen die sprudeln, so viele Fallensteller…

Die Blumen des Leidens sind blau?... Nein, die Farben sind verschwunden, die Formen – Formlos, die Liebe – lieblos

Die Jahre – ins Leere verhüllt… Ein Schatten hat sich über den Planeten verbreitet.

Es ist mein Schatten der mich erwürgt und zu Sand wird…

Weit, weit weg, vermischt er sich mit göttlichem Gedicht.

Ein Kuss weht zwischen terrestrischen Staubpartikeln und Sternenstaub.

Aus der Verschmelzung kommt ein Mensch heraus, ein Wesen das niemand erkennt,

das niemand sieht, das niemand braucht, das niemand liebt.

Eine neue Gattung, aus kosmischen Licht, eine Verschwendung des Geistes.

Wer liebt wen?... Ohne Antwort. Versuche nicht den Traum zu erwecken.

Es zu begraben „außerhalb“, versuche ich, zu tiefst berührt, da, wo nostalgisch,

der Mantel des Schmerzes mein Leben erwidert!

Wien 8. Dezember 2004


*****


Jenseits der Liebe, unberechenbar und inkohärent, bitter, schleicht die Prophezeiung.

Allein, umzingeln mein Herz die Almosen.

Leihe mir unzerteilbares, beschwingtes Glück.

Imaginäre Furchtdornen brechen meine Seele.

Ich erhebe Einspruch. Die Verschwörung des Schicksals ist illegal!

Wien, 25. Jänanuar 2004


*****


Das Klagelied der Schande, patent-geschützt, verfolgt mich.

Auf dem Altar der Menschheit wird an diesem Abend die Spiegelung der Menschlichkeit, nach Liebe bedürftig, verflucht.

Wien 5. April 2009


*****